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CLAUDIA ANGELMAIER
Bild
La Baigneuse Valpinšon, 2008, Farbfotografie, Diasec, 193 x 144,5 cm
Works on Paper

Claudia Angelmaier

Eröffnung Freitag, 31. Oktober 2008, 18 Uhr
01.11. - 19.12.2008
Dienstag - Samstag 12 - 18 Uhr
Wir freuen uns, die erste Einzelausstellung der in Leipzig lebenden Fotografin Claudia Angelmaier präsentieren zu dürfen. Angelmaier, 1972 in Göppingen geboren, hat in den Jahren des Studiums an der HGB Leipzig mit ungewöhnlicher Stringenz ein eigenständisches fotografisches Oeuvre entwickelt, das bereits im vergangenen Jahr mit dem Preis der Leipziger Volkszeitung gewürdigt wurde.

Die fotografischen Arbeiten Claudia Angelmaiers zitieren die großen Meisterwerke der Kunst und deren Geschichte. Sie nähert sich Bildern in Form von Reproduktionen wie Bücher, Postkarten oder Dias. Diese werden nun selbst zur Vorlage ihrer Werke. Nicht mehr das "Original", sondern die fotografischen Vervielfältigungen, die auch zur Steigerung des Bekanntheitsgrades des Meisterwerks führen, werden zum Motiv. Die Fragen nach den Sehgewohnheiten in einer medial überfluteten Bilderwelt, werden durch die Fotografien Angelmaiers deutlich formuliert.

In der Serie "Works on Paper" arbeitet Angelmaier mit unterschiedlichen Kunstpostkarten, die die Themen Rückenfigur und romantische Landschaft gemein haben. Die Postkarten werden von ihr so inszeniert, dass der Betrachter zwar auf die Rückseite der Postkarte blickt, aber gleichzeitig mit der Vorderseite, der Bildseite der Karte konfrontiert wird. Die Kunstpostkarte fungiert als Souvenir, als Erinnerung an das Kunstwerk und trägt durch ihre massenhafte Verbreitung zu dessen Popularisierung bei.
In Angelmaiers Arbeiten wird die Kunstpostkarte zum Sujet von Tafelbildern erhoben, dabei wird die leicht durchscheinende Abbildung der Vorderseite, das reproduzierte Kunstwerk, in seiner Originalgröße wiedergegeben. Die kontemplative Betrachtung der Bilder wird jedoch durch die Art ihrer Aufnahme gestört.
Der Betrachter blickt auf typische Postkartenmerkmale wie Barcode oder kleine Trennstriche und den aufgedruckten Text der Karte. Dieser liefert die Metaebene des Bildes, den Titel des Werkes, den Autor, Größe, Standort, Medium etc.. Die Postkarte wird so, obwohl unbeschrieben, im übertragenen Sinne, vom Sammelobjekt wieder zum Kommunikationsobjekt, in dem sie das "Dahinter" der Bilder, die Klassifizierung als Objekt innerhalb des Kunstmarktes oder des kunsthistorischen Systems aufdeckt und ins Bewusstsein rückt.

Die Künstlerin betreibt ein doppeltes Spiel, einerseits führt Sie uns über die Rückführung in die "Original"-Größe näher ans Werk, andererseits wird die erneute - nun spiegelverkehrte und zudem überlagerte - Reproduktion des Werkes zum Schatten seiner selbst. Es ergibt sich ein steter Wechsel von Sichtbarkeit und Verschwinden, von Illusion und Bildwirklichkeit, etwas wird gezeigt und im selben Moment wieder verdeckt.



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